Kreta ist Griechenlands größte Insel und ein Touristenmagnet. Doch jenseits der All-Inclusive-Resorts und überfüllten Strände gibt es ein anderes Kreta: authentisch, ursprünglich, überraschend. Wer bereit ist, die ausgetretenen Pfade zu verlassen, wird belohnt.
Agrotourismus: Leben auf dem Bauernhof
Immer mehr kretische Bauern öffnen ihre Höfe für Gäste. Man wohnt in umgebauten Steinhäusern, hilft bei der Olivenernte, lernt traditionelles Kochen und erlebt den Rhythmus des Landlebens.
Besonders empfehlenswert sind die Agrotourismus-Unterkünfte in den Bergen südlich von Rethymnon und in der Region um Sitia im Osten. Hier trifft man auf Gastgeber, die ihre Traditionen mit Leidenschaft teilen.
Wandern in den Bergen
Kreta hat mehr zu bieten als Strände. Die Weißen Berge (Lefka Ori) im Westen erheben sich auf über 2.400 Meter. Wanderwege führen durch Schluchten, vorbei an verlassenen Dörfern und zu einsamen Hochebenen.
Die Samaria-Schlucht ist bekannt, aber es gibt Alternativen: Die Imbros-Schlucht ist kürzer und weniger überlaufen, die Aradena-Schlucht bietet spektakuläre Ausblicke und echte Einsamkeit.
Die Südküste: Zeitreise ins alte Kreta
Die Südküste Kretas ist schwer zugänglich – genau das macht ihren Reiz aus. Orte wie Loutro, nur per Boot oder zu Fuß erreichbar, oder Sougia, verschlafen und ursprünglich, zeigen ein Kreta, das anderswo verschwunden ist.
Hier gibt es keine großen Hotels, dafür kleine Pensionen, Tavernen mit hausgemachtem Essen, und das Gefühl, angekommen zu sein.
Kulinarische Erlebnisse
Die kretische Küche gilt als eine der gesündesten der Welt. Wer sie authentisch erleben möchte, sollte abseits der Touristenrestaurants suchen:
- Kochkurse: Lokale Anbieter zeigen die Geheimnisse der kretischen Küche
- Weinproben: Kretas Weinbauern produzieren exzellente Tropfen
- Olivenöl-Touren: Besuch von Mühlen während der Erntezeit
- Käsereien: Graviera und Mizithra direkt vom Erzeuger
Handwerk und Tradition
In den Bergdörfern Kretas leben noch Handwerker, die traditionelle Techniken bewahren: Weber, Töpfer, Messerschmiede. Manche öffnen ihre Werkstätten für Besucher und bieten Workshops an.
In Anogia, dem stolzen Bergdorf, kann man die berühmten kretischen Stiefel (stivania) anfertigen lassen – handgemacht nach Maß.
Fazit
Das alternative Kreta erfordert mehr Planung, mehr Flexibilität, mehr Offenheit. Dafür bekommt man Erlebnisse, die kein Pauschalangebot bieten kann: Begegnungen mit Menschen, Einblicke in eine lebendige Kultur, und die Gewissheit, mehr gesehen zu haben als nur Strände und Ruinen.
„Das wahre Kreta findet man nicht am Strand, sondern in den Bergen, in den Tavernen der Dörfer, in den Geschichten der Menschen."

