Inselhüpfen im Ionischen Meer

Die Ionischen Inseln gehören zu den grünsten und wasserreichsten Regionen Griechenlands. Anders als die kargen Kykladen präsentieren sich Korfu, Lefkada, Kefalonia und Zakynthos in saftigem Grün, durchzogen von Olivenhainen und Zypressenalleen. Ein Inselhüpfen durch dieses Archipel ist eine Reise durch verschiedene Welten – jede Insel mit eigenem Charakter.

Korfu: Die grüne Kaiserin

Die Reise beginnt auf Korfu, der nördlichsten und bekanntesten der Ionischen Inseln. Schon beim Landeanflug wird deutlich, warum Korfu den Beinamen „grüne Insel" trägt: Über vier Millionen Olivenbäume bedecken die Hügel, dazwischen liegen kleine Dörfer mit venezianisch geprägter Architektur.

Die Altstadt von Korfu-Stadt, UNESCO-Weltkulturerbe, verdient mindestens einen ganzen Tag. Die engen Gassen der Kantounia erinnern an Italien, die beiden venezianischen Festungen bieten spektakuläre Ausblicke, und auf der Esplanade lässt sich bei einem Kaffee das Treiben beobachten.

Nicht verpassen sollte man den Achilleion-Palast, den Kaiserin Sisi als Sommerresidenz errichten ließ, und die malerische Mäuseinsel Pontikonissi mit ihrer byzantinischen Kapelle.

Paxos und Antipaxos: Die kleinen Schwestern

Nur eine kurze Fährfahrt südlich von Korfu liegen Paxos und ihre winzige Schwester Antipaxos. Mit nur 25 Quadratkilometern ist Paxos überschaubar, aber genau darin liegt ihr Reiz. Hier gibt es keine großen Hotels, keine Diskotheken, nur drei kleine Dörfer und eine Ruhe, die auf den größeren Inseln längst verloren gegangen ist.

Die Westküste von Paxos ist geprägt von dramatischen Steilklippen mit Höhlen, die man nur per Boot erreichen kann. Die bekannteste ist die Blaue Grotte, in der das Sonnenlicht das Wasser in unwirkliches Blau taucht.

Antipaxos erreicht man mit dem Wassertaxi und wird mit zwei der schönsten Strände der Region belohnt: Vrika und Voutoumi, beide mit kristallklarem, türkisfarbenem Wasser.

Lefkada: Die Insel mit der Brücke

Lefkada ist die einzige griechische Insel, die über eine Brücke mit dem Festland verbunden ist – ein Vorteil für Reisende, die flexibel bleiben möchten. Die Insel überrascht mit einigen der spektakulärsten Strände Griechenlands.

Porto Katsiki an der Westküste gilt als einer der schönsten Strände Europas: Hohe weiße Klippen rahmen den Strand ein, das Wasser schimmert in allen Blautönen. Ähnlich beeindruckend ist Egremni, allerdings nur über eine steile Treppe oder per Boot erreichbar.

Im Süden der Insel liegt das Kap Lefkatas, von dem sich der Legende nach die Dichterin Sappho aus unglücklicher Liebe in die Tiefe stürzte. Ob wahr oder nicht – der Ausblick von hier ist atemberaubend.

Kefalonia: Die Größte und Wildeste

Kefalonia ist die größte der Ionischen Inseln und vielleicht die abwechslungsreichste. Der Berg Ainos erhebt sich auf über 1.600 Meter, bedeckt mit dem einzigartigen Kefalonia-Tannenwald. Wilde Schluchten, geheimnisvolle Höhlen und einsame Buchten wechseln sich ab.

Die Tropfsteinhöhle Melissani ist ein Muss: Ein unterirdischer See, dessen Wasser durch einen Deckendurchbruch von der Sonne beleuchtet wird und dabei in allen Blautönen schimmert. Mit einem kleinen Boot gleitet man durch diese unwirkliche Szenerie.

Myrtos Beach, eingefasst von steilen Klippen, erscheint regelmäßig in Rankings der schönsten Strände der Welt. Und das pittoreske Fischerdorf Fiskardo im Norden ist das einzige, das das große Erdbeben von 1953 weitgehend unbeschadet überstand.

Zakynthos: Die Insel der Schildkröten

Zakynthos, von den Venezianern „Blume des Ostens" genannt, bildet den südlichen Abschluss der Reise. Die Insel ist bekannt für ihr ikonisches Wahrzeichen: den Navagio Beach, auch Schiffswrackbucht genannt.

Dieses Bild – der verrostete Frachter auf weißem Sand, eingerahmt von hohen Klippen und türkisem Wasser – ist eines der meistfotografierten Motive Griechenlands. Den Strand selbst erreicht man nur per Boot, aber auch der Blick von der Aussichtsplattform oben ist spektakulär.

Im Süden der Insel, in der Bucht von Laganas, nisten die bedrohten Unechten Karettschildkröten (Caretta caretta). Der Nationalpark schützt ihre Brutplätze, und mit etwas Glück kann man die Tiere beim Schnorcheln beobachten.

Praktische Tipps für das Inselhüpfen

  • Beste Reisezeit: Mai bis Oktober, wobei Juni und September ideal sind
  • Fährverbindungen: Regelmäßige Verbindungen zwischen allen Inseln, am besten vorab buchen in der Hauptsaison
  • Mietwagen: Auf jeder Insel empfehlenswert, um abgelegene Strände zu erreichen
  • Mindestdauer: Planen Sie pro Insel mindestens 2-3 Nächte ein
  • Unterkunft: Außerhalb der Hauptsaison flexibel, im Hochsommer vorbuchen

Fazit: Eine Reise für alle Sinne

Das Inselhüpfen durch die Ionischen Inseln ist mehr als nur ein Urlaub – es ist eine Entdeckungsreise durch verschiedene Landschaften, Geschmäcker und Stimmungen. Von den venezianischen Gassen Korfus über die einsamen Buchten von Paxos bis zu den Traumstränden von Lefkada und dem wilden Charme Kefalonias: Jede Insel hat ihren eigenen Charakter, und doch verbindet sie alle das türkisfarbene Meer und die griechische Gastfreundschaft.

„Das Ionische Meer hat etwas Sanftes, Einladendes. Es sind nicht die dramatischen Kontraste der Kykladen, sondern ein harmonisches Zusammenspiel von Grün und Blau, das die Seele zur Ruhe bringt."

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