Rhodos gehört zu den beliebtesten Reisezielen deutscher Urlauber in Griechenland. Die Sonneninsel lockt mit über 300 Sonnentagen im Jahr, traumhaften Stränden und einer beeindruckenden Altstadt. Doch wer genauer hinschaut, entdeckt ein interessantes Phänomen: In vielen Touristenorten essen Deutsche vor allem – deutsche Küche.
Das Schnitzel-Paradoxon
Ein Spaziergang durch Faliraki oder die Touristenmeilen von Rhodos-Stadt offenbart ein erstaunliches Bild: Die Speisekarten vieler Restaurants lesen sich wie die einer deutschen Gaststätte. Wiener Schnitzel, Currywurst, Pommes – alles da. Griechischer Salat und Gyros gibt es natürlich auch, aber oft nur als Alibi.
Warum reisen Menschen tausende Kilometer, um dann das Gleiche zu essen wie zu Hause? Die Antworten sind vielfältig: Gewohnheit, Angst vor dem Unbekannten, oder schlicht die Tatsache, dass viele Pauschalreisende gar nicht auf kulinarische Entdeckungen aus sind.
Die zwei Gesichter von Rhodos
Rhodos hat längst zwei parallele Welten entwickelt. Da sind die Touristenorte an der Ostküste – Faliraki, Kolymbia, Lindos in Teilen – wo sich alles nach den Bedürfnissen der Pauschalurlauber richtet. Und da ist das andere Rhodos: Die Bergdörfer im Inselinneren, die Westküste mit ihren rauen Stränden, kleine Tavernen abseits der Hauptstraßen.
In diesen anderen Orten findet man sie noch: Die echte griechische Küche. Mezedes, die man sich teilt. Fisch, der morgens noch im Meer schwamm. Hauswein aus dem Fass. Und Wirte, die sich Zeit nehmen für ein Gespräch.
Empfehlungen abseits der Touristenpfade
Wer das authentische Rhodos erleben möchte, sollte den Mut haben, die ausgetretenen Pfade zu verlassen:
- Embonas: Das Weindorf in den Bergen, bekannt für seinen Souma
- Monolithos: Spektakuläre Burganlage und ursprüngliche Tavernen
- Gennadi: Ruhiger Ort an der Südostküste
- Rhodos-Altstadt: Abseits der Hauptgassen, in den Seitengassen
Ein Plädoyer für kulinarische Neugier
Griechenland hat eine der reichsten kulinarischen Traditionen Europas. Wer nach Rhodos reist und nur Schnitzel isst, verpasst etwas. Er verpasst den Geschmack von frischem Olivenöl, die Aromen von Oregano und Thymian, die Süße von sonnenreifen Tomaten.
Natürlich steht es jedem frei, im Urlaub zu essen, was er möchte. Aber vielleicht ist der nächste Griechenland-Urlaub eine Gelegenheit, sich einmal auf etwas Neues einzulassen. Die griechische Küche wird es danken.
„Essen ist in Griechenland kein notwendiges Übel, sondern ein sozialer Akt, ein Fest der Sinne. Wer das versteht, versteht auch etwas von der griechischen Seele."

