Wer Griechenland besucht, begegnet ihnen unweigerlich: streunende Katzen in den Hafenstädtchen, herrenlose Hunde am Straßenrand, magere Esel auf abgelegenen Inseln. Für tierliebe Urlauber ist es oft schwer, diese Bilder auszuhalten. Doch es gibt Möglichkeiten zu helfen – vor Ort und von zu Hause aus.
Die Situation der Streuner
Griechenland hat, wie viele südeuropäische Länder, ein Problem mit streunenden Tieren. Die Gründe sind vielfältig: Traditionell wurden Tiere in ländlichen Regionen oft als Nutztiere gehalten und nach Ende ihres Nutzens ausgesetzt. Die Wirtschaftskrise der vergangenen Jahre verschärfte das Problem, als viele Familien ihre Haustiere nicht mehr versorgen konnten.
Anders als in Deutschland gibt es in Griechenland kaum kommunale Tierheime. Die Versorgung der Streuner liegt größtenteils in den Händen privater Initiativen und Tierschutzorganisationen, die oft unter schwierigen Bedingungen arbeiten.
Tierschutzorganisationen in Griechenland
Auf den griechischen Inseln und dem Festland haben sich zahlreiche Tierschutzvereine gegründet, die Streuner versorgen, kastrieren und vermitteln. Viele werden von engagierten Ausländern unterstützt, die sich in Griechenland in die Tiere verliebt haben.
Bekannte Organisationen
- Santorini Animal Welfare Association (SAWA): Kümmert sich um Esel, Katzen und Hunde auf Santorin
- Corfu Animal Welfare: Betreibt ein Tierheim und Kastrationsprogramme auf Korfu
- Rhodes Animal Welfare Society: Engagiert sich für Streuner auf Rhodos
- Crete Animal Welfare: Verschiedene Initiativen auf Kreta
- SPAZ (Greek Animal Welfare Fund): Landesweit tätige Organisation
Wie Sie vor Ort helfen können
Als Urlauber können Sie auf verschiedene Weise zum Tierschutz beitragen:
Füttern – aber richtig
Das Füttern von Streunerkatzen ist in vielen Orten Griechenlands toleriert und sogar erwünscht. Achten Sie dabei auf einige Regeln:
- Füttern Sie an festen Plätzen, nicht überall verstreut
- Entsorgen Sie Futterreste und Verpackungen
- Geben Sie kein Essen direkt vom Tisch – das zieht die Tiere zu Restaurants
- Wasser ist besonders im Sommer wichtig
Tierschutzstationen besuchen
Viele Tierschutzvereine freuen sich über Besucher. Sie können bei der Pflege helfen, mit Hunden spazieren gehen oder einfach den Tieren Gesellschaft leisten. Kontaktieren Sie die Organisationen vorab, um einen Besuchstermin zu vereinbaren.
Sachspenden mitbringen
Tierschutzstationen benötigen ständig Nachschub an:
- Futter (Trocken- und Nassfutter)
- Decken und Handtücher
- Halsbänder und Leinen
- Transportboxen
- Medikamente (nach Absprache)
Von zu Hause aus unterstützen
Auch nach dem Urlaub können Sie den Tierschutz in Griechenland unterstützen:
Geldspenden
Die meisten Organisationen finanzieren sich ausschließlich über Spenden. Schon kleine Beträge helfen: Eine Kastration kostet etwa 50-80 Euro, eine Impfung etwa 20 Euro. Viele Vereine bieten Spendenquittungen an.
Patenschaften übernehmen
Für Tiere, die nicht vermittelbar sind – weil sie zu alt, krank oder scheu sind – bieten viele Organisationen Patenschaften an. Mit einem monatlichen Beitrag sichern Sie die Versorgung eines bestimmten Tieres.
Ein Tier adoptieren
Viele griechische Streuner finden über Tierschutzvereine ein neues Zuhause in Deutschland. Die Organisationen kümmern sich um Impfungen, EU-Heimtierausweis und Transport. Die Adoption ist mit einer Schutzgebühr verbunden, die die Kosten deckt.
Was Sie nicht tun sollten
Bei allem Mitleid gibt es einige Dinge, die mehr schaden als nutzen:
- Tiere nicht einfach mitnehmen: Das ist nicht nur illegal, sondern reißt die Tiere auch aus ihrer gewohnten Umgebung
- Nicht an die falschen Organisationen spenden: Recherchieren Sie die Seriosität der Vereine
- Keine Tiere kaufen: Der Kauf von Tieren auf Straßenmärkten fördert den Handel
- Nicht überfüttern: Zu viel Futter lockt mehr Streuner an einen Ort
Fazit: Jede Hilfe zählt
Die Situation der Streuner in Griechenland wird sich nicht über Nacht ändern. Aber jede Kastration verhindert weiteres Leid, jede Adoption schenkt einem Tier ein besseres Leben, und jede Spende ermöglicht die Arbeit der engagierten Tierschützer vor Ort.
Wer mit offenen Augen durch Griechenland reist, wird die Streuner nicht übersehen können. Aber man kann sie auch als Teil der griechischen Lebensart sehen – und gleichzeitig dazu beitragen, dass sie ein würdiges Leben führen können.
„Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandelt." – Mahatma Gandhi

